Endpoint Security erklärt

Endpoint Security erklärt

Endpoint Security Grundlagen, Definition und zuverlässige Schutzmaßnahmen

Cybersicherheit steht heute an vorderster Front auf jeder Unternehmensagenda. Endpoint Security ist dafür nicht mehr nur ein optionales Extra, sondern eine unverzichtbare Notwendigkeit. Denn Cyberangriffe nehmen immer weiter zu. Die Attacken richten sich gegen eine Vielzahl von Endgeräten – von hochmodernen Smartphones bis hin zu vernetzten Bürogeräten. Deshalb ist es essenziell, dass Unternehmen eine robuste Verteidigungsstrategie entwickeln. In diesem Artikel tauchen wir ein in die Welt der Endpoint Security. Wir beleuchten Schlüsselkonzepte und zeigen auf, wie Unternehmen ihre kritischsten Vermögenswerte in einem sich ständig wandelnden Bedrohungsumfeld schützen können.

Endpoint Security: Was ist das?

Endpoint Security, Endgerätesicherheit oder Endpunktesicherheit bezieht sich auf ein Konzept der Cybersicherheit. Es zielt darauf ab, Endgeräte wie Desktops, Laptops und Mobilgeräte vor schädlichen Aktivitäten zu schützen. Laut der Definition von Gartner ist eine Endgeräteschutz-Plattform (EPP) eine Lösung, die darauf ausgerichtet ist,

  • Angriffe durch dateibasierte Malware zu verhindern,
  • gefährliche Aktivitäten zu erkennen und
  • entsprechende Maßnahmen zur Untersuchung und Behebung einzuleiten.

 Was sind Endgeräte?

Endgeräte können stationäre oder mobile Geräte sein. Wichtig ist nur, dass sie mit dem Unternehmensnetzwerk vernetzt sind. Denn jedes Gerät, vom Computer bis zum Drucker oder sogar der Kaffeemaschine kann ein solcher Endpunkt sein.

  • Computer, Laptops, Smartphones
  • IoT-Geräte (Internet of Things) wie moderne Kühlschränke
  • PoS-Systeme (Point-of-Sale) wie Kassen oder Barcode-Scanner
  • Infrastruktur wie Drucker, Switches, Videoüberwachung usw.
  • Alle Geräte die mit dem Netzwerk verbunden sind.

Warum ist Endpoint Security wichtig?

Endpoint Security erklärt: Angriffsarten

Eine Strategie für die Sicherheit von Endpoints ist wichtig, da potenziell jedes einzelne Gerät eine Gefahr für das gesamte Netzwerk darstellt. Dabei hat Bedeutung der Endgerätesicherheit in den letzten Jahren deutlich zugenommen – vor allem durch die verstärkte Homeoffice Nutzung während und nach der Pandemie. Eine Studie des ifo Institut von Mitte 2023 zeigt, dass sich die Homeoffice-Nutzung auf durchschnittlich 1,0 Tage pro Woche eingependelt hat. Und laut Statista arbeiten im Dezember 2022 25% der Beschäftigten zumindest teilweise im Homeoffice. Diese Entwicklung hat die Zahl der Endgeräte, die potenzielle Einfallstore für Cyberangriffe darstellen, erheblich erhöht.

Eine 2023 von der Gothaer Versicherung durchgeführte Studie unter 1023 Teilnehmer ergab, dass 48% der Unternehmen einen Hackerangriff als das bedrohlichste Risiko empfinden. Damit ist die Furch vor einem Cyberangriff 5 Jahre in Folge auf Platz 1 der größten Gefahren für KMU.

Laut Bitkom macht Datendiebstahl (Kundendaten, Industriespione) 56% der Angriffe aus. 2022 sind die Arten der Angriffe folgende:

  • 31% Phishing
  • 29% Passwörter
  • 28% Malware
  • 23% Ransomware
  • 12% DDos-Attacken

Laut Bitkom lagen die Schäden von Cyberangriffen seit 2020 gleich 3 Jahre in Folge bei über 200 Milliarden Euro. Die Gefahr gleich von ganzen Gruppen angegriffen zu werden steigt konstant. 2022 lag der Anteil von größeren organisierten Angriffen mehrerer Täter bei über 60%. Auch die Herkunft der Angriffe ändert sich. Laut Sinan Selen, Vizepräsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz, kommen immer mehr Angriffe aus Russland oder China.

Effektiver Endgeräteschutz ist entscheidend, da Endgeräte die Schnittstelle zwischen Mensch und Maschine bilden. Unternehmen stehen vor der Herausforderung, sowohl Sicherheit zu gewährleisten als auch die legitimen Aktivitäten ihrer Mitarbeiter nicht einzuschränken. Technische Lösungen können das Risiko von Social-Engineering-Angriffen reduzieren, aber nicht vollständig ausschließen. Darüber hinaus fordern neuere Entwicklungen wie das Internet der Dinge (IoT) und der zunehmende Einsatz mobiler Geräte im Geschäftskontext eine fortlaufende Anpassung und Erweiterung von Sicherheitsstrategien.

Diese Fakten unterstreichen die Wichtigkeit einer robusten Endgerätesicherheitsstrategie, die technische und menschliche Faktoren berücksichtigt, um die sich ständig weiterentwickelnden Cyberbedrohungen effektiv zu bekämpfen.

So funktioniert Endgeräteschutz

Endgerätesicherheit, auch als Endgeräteschutz-Plattform (EPP) bekannt, umfasst zentralisierte Sicherheitssysteme, die in Unternehmen eingesetzt werden, um verschiedene Endgeräte – darunter Server, Arbeitsstationen, mobile Geräte und andere Workloads – vor Cybergefahren zu schützen. Diese Systeme scannen Dateien, Prozesse und Systemaktivitäten, um nach verdächtigen oder schädlichen Aktivitäten Ausschau zu halten.

Diese Lösungen beinhalten in der Regel eine zentrale Verwaltungskonsole. IT-Administratoren sind darüber mit dem Firmennetzwerk verbunden, um Vorfälle überwachen, darauf reagieren und präventive Maßnahmen ergreifen zu können. Das Implementieren kann lokal in einem eigenen Rechenzentrum, über Cloud-Dienste oder als Kombination aus beidem erfolgen.

Traditionelle oder „Legacy“-Lösungen basieren auf einem lokalen Sicherheitskonzept mit einem zentralen Rechenzentrum als Kernstück für die Sicherheitsverwaltung. In diesem Modell werden Endgeräte über einen Agenten erreicht, der Sicherheitsfunktionen bereitstellt. Ein Nachteil dieses Modells kann die Entstehung von Sicherheitssilos sein, da die Verwaltung oft auf den eigenen Netzwerkbereich beschränkt ist.

Mit dem Trend zur Heimarbeit und der Verbreitung von BYOD-Policies (Bring Your Own Device) haben viele Unternehmen auf Laptops und private Mitarbeitergeräte umgestellt, was die Begrenzungen lokaler Sicherheitsansätze aufzeigt. Einige Anbieter haben deshalb begonnen, Hybridlösungen anzubieten, bei denen traditionelle Architekturen für Cloud-Funktionen erweitert werden.

Eine moderne Alternative sind cloudnative Lösungen, die speziell für die Cloud entwickelt wurden. Sie ermöglichen es Administratoren, Endgeräte über eine cloudbasierte Konsole remote zu überwachen und zu verwalten. Der auf dem Endgerät installierte Agent stellt eine Verbindung zur Konsole her, kann aber auch unabhängig Sicherheitsaufgaben übernehmen, falls keine Internetverbindung besteht. Diese Lösungen nutzen Cloud-Kontrollmechanismen und -Richtlinien, um die Sicherheit über den traditionellen Netzwerkperimeter hinaus zu erweitern, indem sie Silos auflösen und den Aktionsradius des Administrators vergrößern.

Maßnahmen für den Schutz von Endpunkten

Endpoint Security erklärt: MaßnahmenZu den Ansätzen für die Sicherheit von Endpunkten zählen nicht nur technische, sondern auch organisatorische Maßnahmen. Diese umfassen beispielsweise die Schulung von Mitarbeitern, Richtlinien für den Umgang mit Endgeräten und externen Speichermedien sowie die Sensibilisierung für verschiedene Bedrohungstypen. Wenn Sicherheitsanbieter von Endpunktschutz sprechen, beziehen sie sich meist auf technische Strategien. Diese umfassen in der Regel eine Kombination aus präventiven, analytischen und reaktiven Elementen. Typische technische Maßnahmen für die Sicherheit von Endgeräten umfassen:

  • Malware-Schutz
  • Sandboxing
  • Isolation von Anwendungen
  • URL-Filterung
  • Data Loss Prevention (DLP)
  • Firewalls für Clients
  • Kontrolle von Applikationen
  • Gerätemanagement für externe Festplatten, USB-Sticks oder Bluetooth-Komponenten usw.

Vergleich zwischen Endgeräteschutz und Virenschutz

Software zum Schutz von Endgeräten bietet umfassende Sicherheitsmaßnahmen für verschiedene Gerätetypen – sowohl physische als auch virtuelle, unabhängig davon, ob sie sich in einem Rechenzentrum oder in der Cloud befinden. Diese Art von Software kann auf einer Vielzahl von Geräten wie Laptops, Desktop-Computern, Servern, virtuellen Maschinen und Remote-Endgeräten installiert werden.

Virenschutzprogramme sind oft ein Bestandteil umfassenderer Endgeräteschutzlösungen und werden im Allgemeinen als eine grundlegendere Schutzform angesehen. Diese Programme konzentrieren sich hauptsächlich auf das Identifizieren und Entfernen bekannter Viren und anderer Malwarearten, anstatt fortgeschrittene Methoden wie Bedrohungserkennung und endpunktbasierte Detektion und Reaktion (EDR) zu nutzen. Traditionelle Virenschutzprogramme arbeiten im Hintergrund und scannen regelmäßig die Inhalte eines Geräts, um Übereinstimmungen mit den Signaturen bekannter Viren in einer Datenbank zu finden. Sie werden typischerweise auf einzelnen Geräten innerhalb und außerhalb des Netzwerk-Firewalls installiert.

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